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Ferialjobs

Personalverrechnung

date icon 22. Juni 2015

Lesen Sie dazu auch unseren Artikel vom 3.7.2014 – „Ferialpraktikanten und Steuern – was ist zu beachten?“

In den Sommermonaten möchten sich viele Schüler und Studenten etwas dazuverdienen. Meist wird dieses als Ferialpraxis bezeichnet. Ob es jedoch wirklich ein Praktikum oder aber eher ein normales Dienstverhältnis ist, wird oft falsch unterschieden.

Ein Praktikum liegt nur dann vor, wenn dieses im Rahmen eines Lehrplanes bzw. der Studienordnung vorgeschrieben ist und der Mittelpunkt der Tätigkeit im Betrieb dem Lern- und Ausbildungszweck entspricht.  In diesem Fall gebührt dem Schüler / Studenten KEIN Entgelt. Daher ist dieser auch nicht bei der Sozialversicherung anzumelden.  Erhält der Praktikant jedoch ein „Taschengeld“, unterliegt dieses der Lohnsteuer- und Sozialversicherungspflicht. Je nach Höhe ist dann nur noch zu unterscheiden, ob eine vollversicherte oder eine geringfügige Beschäftigung (Höchstgrenze 2015: € 405,98 / Monat) vorliegt.

VORSICHT: Manche Kollektivverträge haben eigene Regelungen zu den Pflichtpraktikanten, z.B.

  • Im Hotel- und Gastronomiegewerbe hat ein Praktikant Anspruch auf ein Entgelt zumindest in der Höhe der Lehrlingsentschädigung. Die Einstufung hat gemäß eines Lehrverhältnisses zu erfolgen.
  • Oder im eisen- und metallverarbeitenden Gewerbe (Arbeiter) gebührt den Pflichtpraktikanten von mittleren und höheren Schulen, die auf Grund schulrechtlicher Vorschriften ein Betriebspraktikum von einem Monat absolvieren müssen, ein Monatslohn in der Höhe des 2. bzw. 3. Lehrjahres (EUR 751,08/ EUR 1.010,55).

Alle anderen sogenannten „Ferialpraxen“, sind Ferialarbeiter / Ferialangestellte, die meist

  • eine persönliche Arbeitsleistung erbringen müssen,
  • an Arbeitszeit und Arbeitsort gebunden sind,
  • eine organisatorische Eingliederung in den Betrieb haben und
  • die Tätigkeit mit den Betriebsmitteln des Dienstgebers erfüllen.

Diese Mitarbeiter sind bei der Sozialversicherung anzumelden und erhalten ein kollektivvertragliches Mindestgehalt / Mindestlohn. Je nach Arbeitszeit und Verdienst liegt wiederum ein vollversichertes oder geringfügiges Dienstverhältnis vor. ACHTUNG: Dauert das Dienstverhältnis länger als 1 Kalendermonat, so ist ab dem 2. Kalendermonat auch noch ein Mitarbeitervorsorgekassenbeitrag in Höhe von ( 1,53% der Bemessungsgrundlage) zu entrichten.

Arbeitsrechtlich haben die Ferialmitarbeiter die gleichen Rechte wie ein durchgehend beschäftigter Mitarbeiter. Das bedeutet, dass die Ferialmitarbeiter Anspruch auf aliquote Sonderzahlungen und aliquoten Urlaub haben.

Wenn Sie sich nicht sicher sind, wie man einen Schüler oder Studenten nun richtig einstuft, oder sonstige Fragen auftreten, rufen Sie uns einfach an – wir beraten Sie gerne!

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Wir beraten Sie gerne zu diesem Thema unter info@artus.at

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