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Steuerliche Behandlung des Autos beim Einzelunternehmer

Recht & Steuern

date icon 27. Juli 2017

Die steuerliche Behandlung eines Personenkraftwagens (PKW) hängt davon ab, ob die betriebliche oder private Nutzung überwiegt.

Das Fahrzeug ist zur Gänze als Betriebsvermögen zu behandeln, sofern es zu mehr als 50% betrieblich genutzt wird. Die Absetzung für Abnutzung (Afa) und die laufenden Kosten wie etwa Versicherung, Treibstoff, Reparaturen etc. sind jedoch nur im Ausmaß der betrieblichen Nutzung  Betriebsausgaben. Der Kostenanteil, der auf die private Verwendung des Fahrzeugs entfällt, ist auszuscheiden.

Berechnung der Abschreibung
Bei der Berechnung der Abschreibung (AfA) und der anschaffungskostenabhängigen Nutzungsaufwendungen (Kasko Versicherung, erhöhte Servicekosten, Zinsen, usw.), ist eine Angemessenheitsgrenze von € 40.000 und die gesetzliche Mindestnutzungsdauer von acht Jahren zu berücksichtigen. Anschaffungskosten, die über € 40.000 hinausgehen, sind steuerlich nicht absetzbar. Bei einem Verkauf des Pkw ist der gesamte Veräußerungsgewinn steuerpflichtig.

Kilometergeld € 0,42 pro Kilometer
Das Fahrzeug ist zur Gänze dem Privatvermögen zuzuordnen, sofern es zu mehr als 50% privat genutzt wird. Es ist jedoch möglich, die aliquote Afa und Betriebskosten, die auf die betriebliche Verwendung entfallen als Betriebsausgabe anzusetzen. Hier kann der Unternehmer zwischen dem Ansatz des gesetzlichen Kilometergeldes von € 0,42 pro Kilometer oder den tatsächlichen Kosten wählen. Das gesetzliche Kilometergeld für betrieblich gefahrene Kilometer ist auf 30.000KM pro Jahr beschränkt. Sofern sich der Unternehmer entscheidet, das gesetzliche Kilometergeld und nicht die tatsächlichen Kosten als Betriebsausgabe anzusetzen, sind damit fast alle Kosten abgegolten (z.B. Afa, laufende Betriebskosten, Finanzierung etc.). Zusätzlich können bei dieser Wahl nur Schäden aufgrund höherer Gewalt (bspw. Unfallkosten) geltend gemacht werden. Das gesetzliche Kilometergeld ist nicht von Anschaffungs- oder Betriebskosten abhängig, daher ist es im Falle eines günstigeren Fahrzeugs den tatsächlichen Kosten vorzuziehen.

Ansatz der tatsächlichen Kosten
Abgesehen vom Ansatz des Kilometergeldes besteht die Möglichkeit die tatsächlichen Kosten heranzuziehen. Diese Möglichkeit ist bei hohen Anschaffungs- und Betriebskosten zu empfehlen, denn das Kilometergeld ist unabhängig von Anschaffungs- und Betriebskosten.

Um einen Nachweis der Fahrtkosten und der betrieblich bzw. privat gefahrenen Kilometer zu erbringen, kann ein Fahrtenbuch geführt werden. Möglich sind jedoch auch andere Aufzeichnungen, die eine verlässliche Beurteilung ermöglichen. Anhand des Fahrtenbuches, in dem dokumentiert wird, welche Fahrt privat und welche beruflich (inkl. Zweck der Fahrt) veranlasst war, kann die Aufteilung der tatsächlichen Kosten gemacht und somit der Privatanteil ausgeschieden werden.

Wird ein im Privatvermögen stehendes Fahrzeug verkauft, unterliegt der Veräußerungsgewinn nicht der Einkommensteuer. Ausnahme ist, wenn der Verkauf innerhalb eines Jahres nach der Anschaffung getätigt wird (Spekulationsfrist).

Grundsätzlich besteht für PKWs kein Vorsteuerabzug, ausgenommen sind sogenannte Fiskal-LKWs und Elektroautos. Für diese ist der Vorsteuerabzug zugelassen, sofern sie als Kleinlastkraft-, Kasten- und Pritschenwagen oder Kleinbusse eingestuft sind. Auf der Homepage des Finanzministeriums sind entsprechende Listen, die laufend aktualisiert werden, abrufbar.

Lesen Sie auch unseren Artikel vom 27.8.2013 über die Betriebliche und private Nutzung eines PKWs oder der Erklärung zum Fahrtenbuch vom 5.4.2016.
Mehr über die Angemessenheitsprüfung bei der Haftpflichtversicherung eines Luxus-PKWs (13.4.2010) erfahren Sie hier.
Der Beitrag vom 13.1.2016 zu ‚Elektroautos  – Die steuerlich attraktiven Personenkraftwagen‘ könnte Sie auch interessieren.

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