Blog

Steuerreform 2015/16 passiert Nationalrat – letzte Änderungen zur Regierungsvorlage

Recht & Steuern

date icon 09. Juli 2015

Am 7. Juli 2015 hat das Plenum des Nationalrates die drei Regierungsvorlagen zur Steuerreform 2015/16 beschlossen. Unter Berücksichtigung der eingebrachten Abänderungs- und Entschließungsanträge (sowohl jener aus dem Finanzausschuss am 30. Juni 2015 als auch direkt eingebrachter Anträge) ergeben sich zu unserem Vortrag „Steuerreform 2015/16 – was nun?“ folgende Änderungen:

1.     Präzisierung der antragslosen „automatischen“ Arbeitnehmerveranlagung

Folgende Voraussetzungen müssen dazu vorliegen:

  • Es liegen ausschließlich lohnsteuerpflichtige Einkünfte vor
  • Aus der Veranlagung resultiert eine Steuergutschrift
  • Es wurde bis Ende des Monats Juni keine Abgabenerklärung für das vorangegangene Veranlagungsjahr eingereicht

2.     Ausschüttungen von Körperschaften – Einlagenrückzahlung

Der sogenannte „Vorrang der Gewinnausschüttung“ bleibt vorerst und es gilt somit Folgendes:

  1. Ein ausgeschütteter Betrag gilt als steuerpflichtige Einkommensverwendung, soweit dieser durch die Innenfinanzierung gedeckt ist.
  2. Eine verdeckte Ausschüttung gilt stets als Einkommensverwendung.
  3. Ein ausgeschütteter Betrag gilt als steuerneutrale Einlagenrückzahlung, soweit dieser nicht durch die Innenfinanzierung gedeckt ist aber durch ein positives Evidenzkonto gedeckt ist.
  4. Ist ein ausgeschütteter Betrag nicht durch Innenfinanzierung, Einlagen oder umgründungsbedingte Differenzbeträge gedeckt, gilt dieser im Zweifel als steuerpflichtige Einkommensverwendung.

–> Einzige Änderung in diesem Zusammenhang ist die nunmehrige Möglichkeit, ordentliche Kapitalherabsetzungen auch bei Vorliegen einer positiven Innenfinanzierung als Einlagenrückzahlung zu behandeln.

3.     Registrierkassenpflicht

  • Die Verpflichtung zur Verwendung eines elektronischen Aufzeichnungssystems besteht weiterhin ab einem Jahresumsatz von EUR 15.000 je Betrieb, allerdings nur, sofern die Barumsätze dieses Betriebes EUR 7.500 überschreiten.
  • Als Barumsatz gilt im Übrigen auch die Zahlung mit Bankomat- oder Kreditkarte.
  • Für Automatenumsätze werden Erleichterungen bzw. eine zehnjährige Übergangsfrist betreffend die Registrierkassenpflicht ermöglicht.

4.     Mitarbeiterrabatte

In diesem Zusammenhang erfolgte folgende Präzisierung:

  • Der Mitarbeiterrabatt wird allen oder bestimmten Gruppen von Dienstnehmern eingeräumt.
  • Die verbilligt bezogenen Waren werden von den Mitarbeitern weder verkauft noch zur Einkünfteerzielung verwendet.
  • Der Mitarbeiterrabatt übersteigt im Einzelfall nicht mehr als 20%, der Gesamtbetrag im Kalenderjahr nicht EUR 1.000.

5.     Umsatzsteuer

  • Die Umsatzsteuererhöhung von 10 auf 13 Prozent für Tourismusbetriebe sowie Theater- und Musikaufführungen wird von 1. April auf den 1. Mai 2016 verschoben.

Sie haben dazu noch Fragen oder wünschen weitere Informationen? Unsere MitarbeiterInnen nehmen sich gerne für Sie Zeit.

 Lesen Sie dazu auch:

 

  • Email
  • Tel

Sie haben Fragen?

Wir beraten Sie gerne zu diesem Thema unter info@artus.at

Jetzt informieren