Inhalt:

VfGH-Urteil: Warum die Vertreterpauschale geschmälert wurde

21/6/
2018
Ihr Ansprechpartner zu diesem Thema ist

Der Verfassungsgerichtshof (VfGH) hat die Privilegien der Vertreterpauschale gekürzt. Bei der Berechnung des Werbungskostenpauschalbetrags von angestellten Vertretern müssen jetzt auch Kilometergeld bzw. Tages- und Nächtigungsgelder) eingerechnet werden. Unterm Strich bedeutet dies für angestellte VertreterInnen höhere Steuern.

Werbungskosten sind in Österreich pauschaliert. Jeder Arbeitnehmer und jede Arbeitnehmerin darf private Aufwendungen für die Arbeit in Höhe von EUR 132 in Abzug bringen. Diese Pauschale wird automatisch von der Lohnsteuerbemessungsgrundlage abgezogen – egal ob auch tatsächlich Werbungskosten anfallen oder nicht. Angestellte Vertreter im Außendienst erfahren dabei eine Ausnahme: Ihnen steht ein Werbungskostenpauschalbetrag von fünf Prozent der Bemessungsgrundlage zu, höchstens jedoch EUR 2.190. Bei der Berechnung der Bemessungsgrundlage stand ihnen bisher eine Ausnahme zu: Bei ihnen durfte der Werbungskostenpauschalbetrag nicht durch Kostenersätze gekürzt werden, die der Arbeitgeber steuerfrei ausbezahlt hat (z.B. Kilometergeld, Tages- und Nächtigungsgelder). Geht aus Gleichheitsgründen nicht, hat der Verfassungsgerichtshof befunden.

Bundesfinanzgericht wollte Gleichbehandlung
Angestellte Vertreter, die zu mehr als 50 Prozent im Außendienst stehen, mussten sich bisher Spesenersatz wie Kilometergeld oder Nächtigungskosten, die sie vom Arbeitgeber bekommen haben, nicht in Abzug bringen lassen. Sie wurden ihnen als Aufwändungen bei der Berechnung der Werbungskostenpauschale angerechnet. Daraufhin hat das Bundesfinanzgericht beim Verfassungsgerichtshof den Antrag gestellt, die Bevorzugung von Vertretern zu prüfen. Auf Grund dieser Regelung waren bisher die Vertreter die einzige Berufsgruppe, die die erweiterte Vertreterpauschale bei der Arbeitnehmerveranlagung beantragen konnten und diese nicht durch die vom Dienstgeber bezahlten Reiseaufwendungen gekürzt wurde.

Die Bemessungsgrundlage für die Ermittlung der Pauschalbeträge berechnet sich folgendermaßen:

Durch die Verkürzung der Bemessungsgrundlage verringert sich der 5-prozentige Werbekostenanteil, der bislang von der Lohnsteuerbemessungsgrundlage in Abzug gebracht werden durfte.

Das ist die Vertreterpauschale
Damit der Arbeitnehmer die Vertreterpauschale geltend machen kann, muss er seinem Wohnsitzfinanzamt eine vom Arbeitgeber ausgestellte Bestätigung vorlegen. Darin hat der Arbeitgeber zu bestätigen, dass der Arbeitnehmer die Voraussetzungen für die Vertreterpauschale erfüllt.

Wann gibt es eine Bestätigung?

Bei Fragen hilft Ihnen ARTUS gerne (info@artus.at).

Schlagworte: , ,

Relevante Beiträge

Es wird darauf hingewiesen, dass trotz sorgfältiger inhaltlicher Prüfung keine Haftung oder Gewährleistung für die auf dieser Website veröffentlichten Informationen übernommen werden kann. Diese sind lediglich allgemeiner Natur und können eine Beratung im Einzelfall nicht ersetzen.

Weiterempfehlen

Comments are closed.

Persönliche Beratung

Unser Team freut sich
auf Ihre Anfrage

Wolfgang Dibiasi

Mag. Wolfgang Dibiasi

Managing Partner, Wirtschaftsprüfer und Steuerberater

T: +43-1-5137900-0

Jetzt kontaktieren

Neueste Blogbeiträge

30.8.19 - Was gilt als Leistung und was als Nebenleistung... So unkompliziert All-Inclusive-Angebote sein sollen, so herausfordernd können sie in steuerlicher Hinsicht sein. Grund dafür sind die unterschiedlichen Umsatzsteuersätze auf Leistungen und Nebenleistungen. Seit dem 1.11.2018 sind die... mehr lesen... 23.8.19 - WiEReG – Neuerungen Derzeit können nur unter bestimmten Voraussetzungen Auszüge aus dem Register gemacht werden. Künftig soll es die Möglichkeit der öffentlichen Einsicht in das Register geben. Die öffentliche Einsicht soll beschränkt auf bestimmte Daten, wie Vor-... mehr lesen...

Veranstaltungen

ARTUS Seminar: Fehler und Fallen im... Unternehmerische Entscheidungen haben oftmals arbeitsrechtliche Konsequenzen, die Folgen nach sich ziehen, denen wir uns nicht immer bewusst sind. Mit dem ARTUS Seminar Fehler und Fallen im Arbeitsrecht vermeiden verfolgte unsere... mehr Informationen... GmbH für Ärzte? Rechtliche und steuerliche... Am Dienstag, 16.4.2019, fand in Billrothhaus die Veranstaltung "GmbH für Ärzte? Rechtliche und steuerliche Möglichkeiten zur Optimierung der Ordination" statt. Neben Dr. Oliver Völkel, Rechtsanwalt für Ärzte- und Krankenanstaltenrecht - Stadler... mehr Informationen...

Independent Member of BKR International

Kontakt | Impressum | Nützliche Links | Datenschutz

Folgen Sie uns auf: Facebook LinkedIn Xing Twitter


nach oben
Diese Seite verwendet Cookies, die für eine uneingeschränkte Nutzung der Website nötig sind.
Detaillierte Informationen über den Einsatz von Cookies auf dieser Website finden Sie in der Datenschutzerklärung.
Dort kann auch der Verwendung von Cookies widersagt werden.
Akzeptieren